Beleuchtung im Meeresaquarium – Das sollten Sie wissen

Das Licht beziehungsweise die Beleuchtung spielen in einem Meerwasserbecken eine ganz besondere Rolle. Einige Korallen sind förmlich auf Licht angewiesen und könnten ohne dieses gar nicht wachsen. Andere Lebewesen lieben wiederum die Dunkelheit und fühlen sich bei Helligkeit unwohl. Diesen Ansprüchen sollte man natürlich so gut wie nur möglich gerecht werden. Die artgerechte Haltung im heimischen Becken stellt dabei an den Besitzer eine ganz besondere Anforderung. Fakt ist jedoch, dass die Beleuchtung fachgerecht gewählt werden sollte. Hierfür eignen sich besonders Leuchtstoffröhren oder HQI-Lampen.

Grundlegendes zur Beleuchtung

Um eine möglichst gute Beleuchtung gewährleisten zu können, sollte man sich vorab mit den Gesetzen der Physik ein wenig vertraut machen. Im natürlichen Gewässer, beispielsweise dem Ozean ist es völlig normal, dass das Licht nicht alle Wasserschichten durchdringt. Weißes Licht setzt sich aus den Spektralfarben Blau, Orange, Rot, Gelb, Grün, Indigo und Violett zusammen. Wenn dieses auf die Wasseroberfläche auftrifft, so wird das Rot auf jeden Fall zuerst vom großen weiten Meer absorbiert. Die blauen Spektralfarben reichen hingegen bis hin in weite Tiefen. Der Nachteil, der hierbei entsteht, ist vielen Aquarienfans gar nicht bewusst, denn die so schön schillernden Fische wirken in weiter Tiefe meist gar nicht so prachtvoll. Das liegt daran, dass wie bereits erwähnt, entscheidende Spektralfarben fehlen. Den Fischen zuliebe sollte man sich jedoch bewusst für eine entsprechende Beleuchtung entscheiden, sofern dies dem natürlichen Lebensraum entspricht.

Welche Lampen können zum Einsatz kommen?

Grundsätzlich gibt es bei der Meeresaquaristik zwei Möglichkeiten: HQI-Lampen oder Leuchtstoffröhren. Für welche dieser beiden Alternativen man sich schlussendlich entscheidet, hängt nicht zuletzt von den gehaltenen Tieren und Pflanzen ab. Natürlich spielt hier aber auch der Geschmack eine wesentliche Rolle. Da beide Beleuchtungstypen ihre speziellen Vorzüge mit sich bringen, entscheiden sich auch viele Meerwasserfans für eine Kombination der unterschiedlichen Varianten und schalten HQI-Lampen und Leuchtstoffröhren zeitversetzt.

Alle Fakten zu HQI-Lampen

Wenn man von HQI-Lampen spricht, so sind damit Halogen-Metalldampf-Lampen gemeint. Das Gehäuse beinhaltet dabei ein, mit Quecksilberdampf gefülltes, Glasrohr. Sobald Spannung entsteht, wird ein äußerst intensives Licht abgegeben, welches sogar dem natürlichen Licht unter der Sonne sehr nahe kommt. Meist werden HQI-Lampen als Hängelampen verwendet und erfüllen dort ihren Zweck als Punktstrahler. Besonders Korallen wissen das abgegebene Licht und die punktuelle Bestrahlung von dieser Lampenart zu schätzen. Wer Steinkorallen oder Riesenmuscheln erfolgreich halten möchte, wird an HQI-Lampen gar nicht vorbei kommen. Trotz all der guten Eigenschaften haben diese Lampen einen wesentlichen Nachteil, denn sie sind in der Anschaffung sehr kostenintensiv. 

Leuchtstoffröhren

Wer ein reines Fischbecken betreiben möchte oder sich für Krusten- bzw. Scheibenanemonen entscheidet, kann sich auch für Leuchtstoffröhren entscheiden. Diese Beleuchtungsart ist natürlich wesentlich günstiger als die HQI-Lampen. Zudem geben Leuchtstoffröhren nicht so viel Wärme ab und verhindern somit eine Überhitzung des Beckens. Durch eine Kombination mehrere Lichtspektren ist es ohne Weiteres möglich, den Tieren lebensraumnahe Bedingungen zu schaffen.

Was ist die beste Beleuchtungsstärke?

Bei den Mindestanforderungen für die Beleuchtungsstärke muss man natürlich je nach Tier- oder Pflanzenart Unterschiede machen. Wenn man beispielsweise von einem Korallenbecken mit einer Höhe von 50-60 cm und 500 Litern ausgeht, sollte eine HQI-Lampe mit 250 Watt zum Einsatz kommen. Möchte man nur einen 150-Watt-HQI-Strahler verwenden, so ist es anzuraten, dass man zumindest noch eine Tageslicht- und Blaulichtleuchtstoffröhre anbringt. Auf diese Weise wird eine optimale Ausstrahlung gewährleistet. Generell rät man pro 60 Zentimeter Beckentiefe zu einer HQI-Lampe. Diese sollten in einem Abstand von mindestens 30 Zentimetern angebracht werden, um eine Überhitzung zu vermeiden. Bei einer Leuchtstoffröhre sollte versucht werden, dass man möglichst die ganze Beckenlänge und –breite bedeckt. Es gilt zudem einen nicht unwesentlichen Fakt zu beachten. Die Leuchtintensität nimmt bei Lampen im Laufe des ersten Jahres rund 70% ab. Dabei verändern sich nicht nur die Intensität, sondern auch die Lichtspektren. Diese werden verschoben. Im schlimmsten Fall kann das dazu führen, dass vermehrt Algen gebildet werden. Daher empfiehlt es sich die Lampen regelmäßig zu wechseln.

Wie lange sollte man beleuchten?

Natürlich gilt auch hier, dass man sich möglichst dem natürlichen Lebensraum anpasst. Idealerweise beginnt man damit die Leuchten am Morgen langsam aufzudimmen und die Intensität bis zum Mittag, dem Tageshöhepunkt, kontinuierlich zu steigern. Danach sollte die Beleuchtung entsprechend zum Abend hin wieder abnehmen. Dieser Effekt lässt sich sehr gut mit dimmbaren Lampen sowie Zeitschaltuhren erreichen. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Gesamtbeleuchtungsdauer nicht mehr als 14 Stunden am Tag beträgt. In der Praxis haben sich 12 Stunden „Licht“ bewährt. Wer eine Kombination von Leuchtstoffröhren und HQI-Lampen hat, kann die Röhren jeweils 2 Stunden vor und nach den HQI-Lampen an- und ausschalten. Die Hauptbeleuchtung brennt somit nur 6-8 Stunden täglich.

Mond im Aquarium

Es ist bekannt, dass für viele Meerwasserbewohner der Mond eine entscheidende Rolle spielt. Korallen haben beispielsweise ihr Fortpflanzungsverfahren nach Mondphasen ausgerichtet und laichen nur an bestimmten Tagen ab. Um diesen Mond im Aquarium zu imitieren, gibt es im Handel spezielle Blaulichtlampen. Diese sollten idealerweise ebenfalls dimmbar sein und entsprechend zu der Tagesbeleuchtung versetzt geschaltet werden. Wenn also die Sonne untergeht, beginnt der Mond langsam aufzugehen. Bei der Mondbeleuchtung muss ein weiterer Fakt beachtet werden. Äußere Lichtquellen können die Wirkung der Blaulichtbeleuchtung aufheben.

Unser Tipp: Der Handel bietet inzwischen Lampen an, die eine Kombination aus verschiedenen Beleuchtungsarten beinhalten. Auf diese Weise lässt sich die gesamte Technik in Hinblick auf die Beleuchtung perfekt vereinen. 

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