Der Marmorkrebs – ein interessanter und einzigartiger Aquarienbewohner

Der Marmorkrebs, in der Fachsprache Procambarus fallax forma virginalis genannt, ist ein äußerst robuster und anpassungsfähiger Flusskrebs. Erst mit dem Einzug in die ersten Aquarien wurde dieser Krebs so bekannt wie heute. Zuvor war dieses wirbellose Tier relativ unbekannt und lebte unbemerkt in seinem natürlichen Verbreitungsgebiet in Nordamerika. Die Züchtung bis hin zu seiner heutigen Form gab erst den Startschuss für seine rasende Verbreitung als beliebtes Aquarientier. Seinen Namen hat der Krebs aufgrund des marmorierten Carapax, welcher sich in unterschiedlichen Braun- und Blautönen zeigt. Er erreicht eine Größe bis zu 15 Zentimeter und wird zwischen 15 und 25 Gramm schwer. Die Lebenserwartung liegt derzeit bei bis zu 2 Jahren.

Haltung und Vermehrung des Marmorkrebs

Der Marmorkrebs ist eine recht anspruchslose Art. Als Aquarienfreund sollte man sich jedoch darauf einstellen, dass diese Tiere jegliche Pflanzen im Aquarium zerstören, an die sie herankommen können. Des Weiteren werden auch andere Aquarienbewohner belästigt, angegriffen und verspeist. Sogar vor recht großen Antennenwelsen wird nicht haltgemacht. Deshalb ist der Marmorkrebs für eine Vergesellschaftung mit anderen Wirbellosen, Fischen oder Schnecken nicht gut geeignet. Und noch eine Besonderheit macht es so manchen Halter schwer. Marmorkrebse sind ausschließlich als weibliche Tiere erhältlich, die dennoch in der Lage sind  selbst Nachkommen zu erzeugen. Je nach Wasserqualität können sich aus nach 3-6 Wochen aus den reifenden Eiern bis zu 120 Jungtiere entwickeln. Der Rekordwert liegt hier sogar bei 428 Jungtieren eines einzigen Weibchens. Nach der Ablage befestigen die Marmorkrebse die Eier an ihrem hinteren Unterleib und tragen diese so lange mit sich herum, bis die Jungtiere eine ausreichende Größe erreicht haben. Hier gilt es zu beachten, dass jedes Weibchen alle 8 Wochen in der Lage ist, neue Eier zu produzieren und die Geschlechtsreife mit circa 4 Monaten eintritt. So ist es möglich, dass ein einziges Weibchen bis zu 7 Mal Eier produzieren kann. Bezüglich der Temperatur, Nahrung und Wasserqualität zeigen sich die Tiere erstaunlich anspruchslos, sodass sie auch in unserer freien Natur ohne Probleme überleben könnten. Deshalb ist von einem Aussetzen überflüssiger Tiere dringendst abzuraten. Die Vermehrung wäre innerhalb kurzer Zeit nicht überblickbar und würde heimische Krebsarten unter Umständen sogar ausrotten.

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Kommentar von Doro |

Hi, ich habe die Eier von den Beinchen vorsichtig mit einer weichen Zahnbürste entfernt und an meine Barsche verfüttert. Mein Bestand an Krebsen habe ich so von ehemals ca. 25 auf 2 reduziert. Wenn der letzte gestorben ist, möchte ich auch keine neuen mehr.