Meerwasser Beckenarten – Wer die Wahl hat, hat die Qual

Mit dem Begriff Meerwasseraquarium verbinden die meisten Menschen ein buntes Treiben, bei dem Krebs neben Fischschwarm lebt, Korallen sich sanft in der Strömung wiegen und Schnecken munter umher kriechen. Diese Meerwasserbecken sollen ein Abbild des natürlichen Lebensraumes sein und somit ein wunderbarer Blickfang für Jung und Alt schaffen.

So sieht die Realität aus

Was jedoch häufig unberücksichtigt bleibt, ist der Punkt, dass dort nicht selten Tiere unterschiedlicher Herkunftsorte vergesellschaftet werden, die sich in der freien Wildbahn womöglich niemals begegnen könnten. Zudem stehen Korallen zu dicht beieinander und viele Becken sind restlos überfüllt. Vielleicht ist es Geschmackssache oder auch eine Einstellungssache, ob man ein Gesellschaftsbecken oder das Spezialbecken wählt. Fakt ist jedoch, dass man dabei stets im Sinne der Tiere handeln sollte und nicht rein aus ästhetischen Aspekten für eine bestimmte Vergesellschaftung entscheidet.

Was man vorab bedenken sollte

  • Bevor man sich überhaupt für eine bestimmte Beckenform entscheidet, sollte man sich vor Augen führen, dass niedliche Korallen nach wenigen Jahren gigantische Ausmaße annehmen können. Oftmals bleibt dem Aquarianer nur die Möglichkeit entsprechend umzudekorieren. Die Veränderung des Lebensraums gefällt jedoch einigen Korallenarten überhaupt nicht, sodass man sogar mit Verlusten rechnen muss. Deshalb ist der beste Weg, wenn man vorab das Aquarium gründlich plant und somit keine Änderung von Nöten ist.
  • Wer Steinkorallen und Weich- bzw. Lederkorallen zusammenhalten möchte, sollte Abstand von diesem Gedanken nehmen. Die vorherrschende Korallenart verändert durch die Stoffwechselprodukte das Milieu des Wassers. Dies wäre nicht problematisch, wenn Steinkorallen das Milieu von Weich- und Lederkorallen tolerieren würden. Leider ist dem aber nicht so und daher sollte man auch hier damit rechnen, dass sich eine Art durchsetzen wird.
  • Es macht kein Sinn ein Aquarium mit vielen Wirbellosen zusätzlich auch mit einer Menge Fische zu besetzen. So wäre das Becken schnell überfüllt und für alle darin Lebenden keinesfalls natürliche Lebensqualität. Daher sollte man sich für wenige Fische bewusst entscheiden.
  • Jeder Meeresbewohner stellt unterschiedliche Ansprüche an die Beleuchtung. Es ist unabdingbar, sich vorab mit den Vorlieben auseinanderzusetzen und dementsprechend den Besatz und auch die Beleuchtung zu wählen.
  • Tiere, die für eine komplizierte Haltung bekannt sind, sollten nicht im Gesellschaftsbecken gehalten werden. Um den Bedürfnissen gerecht zu werden, ist das Spezialbecken die einzig richtige Wahl.
  • Bei Meeresaquarien sollte man auf eine gute Filterung achten. Darüber hinaus ist Überbesatz zu vermeiden. Hier gilt die Faustregel, dass auf einen Fisch von 10 cm Größe 100 Liter Wasser Platzangebot kommen sollten. Besser ist natürlich entsprechend mehr einzuplanen.

Dies sind einige Tipps, die bei der Entscheidung für ein Becken helfen können und ein Anhaltspunkt sind, um den Tieren gerecht zu werden. Wie man diesen Punkten schon entnehmen kann, sind Meerwasseraquarien keinesfalls Anfängerbecken. Die Pflege und Haltung der Tiere erfordert die tägliche Bereitschaft, sich um die Lebewesen zu kümmern und natürlich auch entsprechendes Kleingeld. Wir raten nur dann zu Gesellschaftsbecken, wenn die darin befindlichen Tiere gleiche Ansprüche an Ihre Umgebung und Pflege stellen und auch im natürlichen Lebensraum eine Gemeinschaft bilden.

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