Meerwassersysteme – für jeden Aquarienbewohner, die passende Umgebung

Wer sich mit der Meerwasserhaltung auseinandersetzt, wird unweigerlich mit der Thematik Meerwassersysteme konfrontiert. Gewiss ist jeder Halter bemüht, seinen Tieren eine möglichst natürliche Umgebung  zu bieten. Es ist jedoch klar, dass dies in einem begrenzten Raum nicht so möglich ist, wie im natürlichen Habitat. Es wird kaum realisierbar sein für einen entsprechenden Durchfluss zu sorgen. Mittlerweile haben sich aber unterschiedliche Meerwassersysteme bewährt, die den Fischen ein durchaus angenehmes Dasein ermöglichen.

Das weitverbreitetste Meerwassersystem aus Berlin

Das sogenannte Berliner Meerwassersystem ist das am häufigsten genutzte System. Mehrjährige Erfahrungen unterschiedlicher Experten haben gezeigt, dass der Abbau aller Stoffwechselprodukte durch das Lebendgestein vollständig umgesetzt wird. Weiterhin werden durch die intensiv gewählte Abschäumung Schadstoffe entfernt, bevor überhaupt erst ein Abbau dieser nötig wäre.

Folgende Komponenten zählen zu diesem Gesamtgefüge:

  • Becken mit Überlauf
  • Lebendgestein
  • Filtrierung (gelegentlich)über Aktivkohle unter Zugabe von Spurenelementen
  • starke Beleuchtung (HQI)
  • viel Strömung
  • Abschäumung (gut funktionierend)
  • wenig oder wahlweise kein Bodengrund
  • regelmäßig Zusatz von Kalkwasser (ggf. auch einem Kalkreaktor)

Dieses System ist für all diejenigen geeignet, die sich vor allem auf Haltung niederer Tiere konzentrieren wollen. Dazu zählen Leder-, Weich- und Steinkorallen.

Das Rieselfiltersystem – Anlehnung an das Berliner System

Beim Rieselfiltersystem ist das Grundlegende dem Berliner Meerwassersystem angelehnt. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass ein Rieselfilter eingesetzt wird, um den Stickstoff abbauen zu können. Da der Filter äußerst effektiv arbeitet, eignet er sich auch hervorragend für Becken mit hohem Fischbesatz.

Folgende Komponenten sind zusätzlich vorhanden:

  • mehr Bodengrund
  • zusätzlicher Abschäumer
  • Rieselfilter

Natürliches System für Experimentierfreudige

Bei einigen Meerwasseraquarien kommen auch natürliche Systeme zum Einsatz. Diese werden und wurden von den technischen Systemen immer mehr verdrängt. Um das „natürliche“ System zu testen, empfiehlt es sich mit einem kleinen Becken zu starten. Idealerweise hat dieses zum Beispiel 50 Liter. Dort bringt man keine Tiere ein, sondern ausschließlich Lebendgesteine und installiert eine kleine Pumpe, damit eine Strömung erzeugt werden kann. Filter und Abschäumer sollten nicht zum Einsatz kommen. Das Becken stellt man anschließend auf einen Fensterplatz und pflegt es nur so viel wie nötig. Die einzige Aufgabe sollte es sein verdunstetes Wasser nachzufüllen. Es ist erstaunlich, wie sich die Population innerhalb des Aquariums immer wieder an die neuen Gegebenheiten anpasst und sich entwickelt.

Weitere Systeme sind Rasenalgen- und Jaubertsysteme. Doch diese kommen kaum mehr zum Einsatz kommen.

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